Stufenmodell der Nachhaltigkeitskommunikation

Was wir wann brauchen, um nachhaltig zu handeln und wie wir Nachhaltigkeitskommunikation an verschiedenen Phasen der Veränderung ausrichten können:

Umweltpsychologisches Stufenmodell der NachhaltigkeitskommunikationEs kann natürlich vorwärts und rückwärts Sprünge geben und das Wichtigste ist das neue Verhalten. In der Psychologie wird kontrovers diskutiert, ob unsere Einstellung unserem Verhalten vorausgeht oder ob es genau umgekehrt ist: ich handle (nachhaltig) und dadurch verändert sich auch meine Einstellung. Das Modell zeigt eine mögliche Reihenfolge von Phasen, andere sind denkbar und ich freue mich über Anregungen, welche Phase vielleicht noch fehlt.

Ein wichtiges Ergebnis umweltpsychologischer Forschung ist, dass wir dann besonders offen für Veränderung sind, wenn wir uns ohnehin gerade in einer Umbruchsituation befinden, z.B. Umzug, Studienbeginn, Familiengründung, Ruhestand, Jobwechsel und Ähnliches. Deshalb ist beispielsweise ein kostenloses ÖPNV-Monatsticket für neu Zugezogene eine super Sache! 100% Nachhaltigkeit ist recht utopisch und, man kann in verschiedenen Lebensbereichen (z.B. Mobilität, Ernährung, Energie, Müll, Kleidung) an unterschiedlichen Punkten stehen. Was in dem obigen Modell noch fehlt, sind die Ressourcen. Verzicht ist gratis, aber manchmal erfordert nachhaltiges Handeln auch Geld und Zeit.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Umweltpsychologie

3 Antworten zu “Stufenmodell der Nachhaltigkeitskommunikation

  1. Wenn Umbrüche helfen müsste doch eine gute Zeit für nachhaltige Entwicklung sien. Gesamtgesellschaftlich sind wir doch alle derzeit in immense Umbrüche verwickelt. Oder geht es immer erst dann, wenn es persönliche Umstände unmittelbar anschneidet?

    • Ja. Die Krisen sind ja eher auf einer Systemebene, weil sich viele Probleme ‚aggregieren‘ oder anhäufen und dann vor allem auf der größeren Ebene sichtbar und schmerzhaft werden. Wenn ich aber umziehe, dann bin ich notgedrungen gezwungen, meine bisherigen Gewohnheiten (#habits) zu ändern, zum Beispiel ob ich Auto fahre oder U-Bahn. In einer gewohnten Umgebung, in der zunächst einmal alles so bleibt wie es ist, bin ich nicht gezwungen mich wirklich mit der Frage auseinander zu setzen, ob ich mal S-Bahn fahren sollte. Und selbst wenn ich mich gedanklich damit auseinandersetze, gibt es „die Macht der Gewohnheit“, die mich vielleicht doch wieder zum Auto treibt. Diese Gewohnheiten zu Durchbrechen, das ist auch ein möglicher Ansatzpunkt für politische Maßnahmen – und für gemeinsame Aktionen, den unser soziales Umfeld hat auch einen großen Einfluss.

  2. Verena Berger

    Ich habe mich noch gefragt in wie weit und wo die persönliche Einstellung und der Einfluss anderer in diesem Modell zu verankern ist.
    Oder ist die persönliche Einstellung mit Problembewusstsein abgedeckt, da ich nur, wenn ich eine bestimmte Einstellung habe, das Problem auch wahrnehme?

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